Die drei wichtigsten 3D-Druck-Verfahren – FDM, SLA und SLS – haben unterschiedliche Stärken. Wer das falsche Verfahren wählt, zahlt entweder zu viel oder bekommt ein Bauteil, das im Test versagt. Hier ist die Entscheidungsmatrix, die wir bei 3DeFX täglich nutzen.
Von Sascha Zielich · 27. April 2026 · 8 min Lesezeit
FDM ist der Allrounder: kostengünstig, große Materialvielfalt, gut für funktionale Bauteile mit moderater Detailanforderung. Wenn Sie ein Gehäuse, eine Halterung oder einen Konzept-Prototypen brauchen, ist FDM fast immer die richtige Wahl.
SLA ist der Detail-Spezialist: glatte Oberflächen, feinste Strukturen ab 25 Mikrometern. Schmuck-Urmodelle, Dental-Schienen, Architekturmodelle und Präsentations-Prototypen mit Produkt-Look kommen aus dem SLA-Drucker.
SLS ist der Funktions-Champion: Bauteile aus PA12-Pulver mit isotroper Festigkeit, ohne Stützstrukturen, mit Serienqualität ab Stückzahl 1. Wenn Ihr Bauteil mechanisch belastet wird, schlägt SLS jedes andere Verfahren in seiner Klasse.
Bei FDM wird ein Kunststofffaden – das Filament – durch eine beheizte Düse geschmolzen und Schicht für Schicht auf der Druckplatte aufgetragen. Es ist das mit Abstand am weitesten verbreitete 3D-Druck-Verfahren, mit der größten Materialauswahl und den niedrigsten Stückkosten.
Stärken: Materialvielfalt von PLA und PETG für Standardanwendungen über ABS und ASA für hitzebeständige und UV-stabile Teile bis zu Hochleistungsmaterialien wie Polycarbonat (PC), Carbon-Composites und PEEK. Bauteilgrößen sind in der Regel groß – auf unseren Druckern bis 420 × 420 × 500 mm in einem Stück.
Grenzen: Sichtbare Schichtlinien, anisotrope Festigkeit (das Bauteil ist entlang der Druckachse schwächer als quer dazu), Stützstrukturen bei Überhängen über 45°. Für Bauteile mit feinsten Details unter 0,5 mm ist FDM ungeeignet.
Typische Lieferzeit bei 3DeFX: 2 Werktage für Standard-Materialien, 2–5 Werktage für Composites und Hochtemperatur-Materialien.
Bei SLA wird flüssiges Kunstharz – das Resin – mit UV-Licht schichtweise ausgehärtet. Die Detailauflösung ist die höchste aller 3D-Druck-Verfahren: Schichthöhen ab 25 Mikrometern sind machbar, die Oberfläche ist direkt aus dem Drucker glatt und glänzend.
Stärken: feinste Strukturen, glatte Oberflächen, transparente und gefärbte Resine möglich, mehrere Materialvarianten (Standard-Resin günstig für Optik, Tough Resin schlagfest wie ABS, Hochtemperatur-Resin bis 200 °C HDT für Formenbau, Flexibel-Resin für gummiähnliche Teile).
Grenzen: kleinerer Bauraum als FDM, längere Nachbearbeitung (Waschen in Isopropanol, anschließend UV-Aushärten). Fertige Bauteile sind UV-empfindlich und sollten lackiert oder gecoatet werden, wenn sie dauerhaft im Sonnenlicht stehen. Mechanisch sind SLA-Teile typischerweise spröder als FDM- oder SLS-Teile.
Wann SLA: visuelle Prototypen für Kundenpräsentationen, Schmuck-Urmodelle für die Wachsausschmelzung, Dental-Modelle, Architekturmodelle, kleine feinmechanische Bauteile.
SLS ist das Verfahren mit der höchsten mechanischen Qualität für Polymere. Ein Hochleistungslaser sintert PA12-Pulver schichtweise zusammen, das umgebende Pulver dient als natürliche Stütze. Das hat zwei riesige Konsequenzen: Erstens sind komplexeste Geometrien ohne Stützstrukturen druckbar – Gelenke, Scharniere und Print-in-Place-Mechanismen entstehen direkt im Druckvorgang. Zweitens ist die Festigkeit isotrop, also in alle Raumrichtungen gleich.
Stärken: PA12-Bauteile sind robust, leicht, chemikalienbeständig und hitzefest bis ca. 80 °C im Dauereinsatz, kurzfristig deutlich höher. Die Oberfläche ist gleichmäßig fein-rau und kann gestrahlt, gefärbt oder versiegelt werden. SLS ist das einzige der drei Verfahren, das wirklich serienreife Endprodukte ohne Werkzeugbau produziert.
Grenzen: höhere Stückkosten als FDM bei kleinen Teilen, weil ein SLS-Druck immer eine ganze Bauplatte mit aufheizt und abkühlt. Materialauswahl im SLS ist begrenzter als bei FDM (PA12 ist Standard, TPU 90A für flexible SLS-Teile, weitere Materialien wie PA11 oder Glasfaser-PA sind speziell). Farbauswahl natürlich grau oder weiß, gefärbt geht nur durch Tauchfärben oder Lackieren.
Typische Lieferzeit bei 3DeFX (Sinterit Lisa Pro, Bauraum 316 × 277 × 169 mm): 5–10 Werktage, weil ein vollständiger SLS-Zyklus inklusive Aufheizen, Drucken und Abkühlen mehrere Stunden dauert.
| Eigenschaft | FDM | SLA | SLS |
|---|---|---|---|
| Detailgenauigkeit | Mittel | Sehr hoch | Hoch |
| Oberflächenqualität | Sichtbare Schichten | Glatt, glänzend | Gleichmäßig fein-rau |
| Festigkeit | Hoch (anisotrop) | Mittel (spröde) | Sehr hoch (isotrop) |
| Materialvielfalt | Sehr groß | Mittel | Begrenzt |
| Stützstrukturen | Ja | Ja | Nein |
| Bauteilgröße | Klein bis XL | Klein bis Mittel | Mittel |
| Stückkosten klein | Niedrig | Mittel | Mittel-hoch |
| Stückkosten Serie | Niedrig | Mittel | Niedrig (volle Bauplatte) |
| Typische Lieferzeit | 2 Werktage | 2 Werktage | 5–10 Werktage |
| Ideal für | Funktionsteile, Prototypen, große Bauteile | Visuelle Prototypen, feinste Details | Endprodukte, Funktionsteile, Kleinserien |
Hier ist die Faustregel, die wir bei 3DeFX bei jeder Anfrage durchgehen:
Drei Fehler sehen wir besonders oft:
Bei 3DeFX bekommen Sie zu jeder Anfrage eine ehrliche Einschätzung. Wenn Ihr Bauteil mit FDM 30 € kostet und mit SLS 90 €, schlagen wir Ihnen FDM vor – auch wenn SLS für uns lukrativer wäre. Vertrauen ist langfristig wertvoller als ein Auftrag.
Senden Sie uns Ihre STL- oder STEP-Datei direkt im Online-Konfigurator – wir berechnen den Preis sofort und schlagen das passende Verfahren vor. Bei komplexeren Anwendungen lieber eine Mail an info@3defx.de oder einen Anruf unter +49 162 3457601.
Laden Sie Ihre STL-Datei hoch, wählen Sie das passende Verfahren und erhalten Sie sofort einen Festpreis.
Jetzt konfigurierenQualitätssicherung durch zertifizierten Qualitätsmanager (DIN EN ISO 9001)
© 2026 3DeFX – Heimart GmbH · Alle Rechte vorbehalten