Polypropylen (PP) ist chemisch äußerst beständig und lebensmittelecht. Durch seine semi-kristalline Struktur ist es gleichzeitig steif und schlagzäh – vergleichbar mit vielen Spritzgussteilen.
Max. Bauteilgröße
420 × 420 × 500 mm im Standard-FDM-Druck.
Werkzeuge & Anforderungen
PP-spezifische Druckunterlage zwingend (PP-Tape oder PP-Folie) – Standard-Druckbetten bieten PP keine Haftung. Heizkammer empfohlen.
Typische Lieferzeit
Standard 4–6 Werktage (komplexe Bettvorbereitung)
Chemikalienbehälter, Lebensmittelverpackungen, medizinische Einmalartikel, Scharniere
Festigkeit
Mittel (3/5)
Flexibilität
Hoch (4/5)
Hitzebeständigkeit
Mittel (3/5)
Druckbarkeit
Gering (2/5)
UV-Beständigkeit
Mittel (3/5)
Chemische Beständigkeit
Sehr hoch (5/5)
Ehrliche Einschätzung statt Marketing-Versprechen
✓ Stärken
Sehr chemikalienbeständig
Lebensmittelecht
Geringe Dichte (leicht)
Lebend-Scharnier-fähig
✗ Grenzen
Schwer zu drucken (Haftung)
Starker Verzug
Spezielle Bettvorbereitung nötig
Echte Bauteile, echte Drucke, echte Ergebnisse



Typische Empfehlungswerte für PP
| Schichthöhe | 0,2–0,28 mm |
| Düsentemperatur | 220–250 °C |
| Druckbetttemperatur | 85–100 °C |
| Heizkammer | empfohlen |
| Empfohlenes Infill | 20–40 % |
| Druckgeschwindigkeit | 30–50 mm/s |
PP ist nahezu unzerstörbar und damit auch schwer zu kleben oder zu lackieren – nur mit speziellen PP-Klebern (z. B. Cyanacrylat mit Aktivator) oder Plasmavorbehandlung. Schleifen und Bohren funktioniert problemlos. Lebensmittelechte Anwendungen können ohne weitere Versiegelung genutzt werden.
Aus der täglichen Praxis – ehrlich beantwortet
Welche Chemikalien hält PP aus?
PP ist gegen die meisten Säuren (auch konzentrierte Salzsäure und Schwefelsäure), Laugen, Alkohole, Aceton und viele Lösungsmittel beständig. Selbst bei dauerhafter Exposition bei 60 °C bleibt das Material stabil. Aromatische und chlorierte Kohlenwasserstoffe (Benzol, Trichlormethan) sind die Hauptausnahme – die greifen PP an.
Was sind "Lebend-Scharniere" und warum kann das PP?
PP ist eines der wenigen Materialien, das eine sehr dünne Stelle (0,3–0,5 mm) als Scharnier nutzen kann ohne zu brechen – auch nach Millionen von Bewegungen. Das ist die Technologie hinter Tic-Tac-Verschlüssen und Klappdeckeln. Im FDM-Druck müssen wir die Scharnier-Linie genau senkrecht zur Druckrichtung legen, sonst nutzt sich das Bauteil vorzeitig ab.
Warum ist PP so schwer zu drucken?
PP hat eine sehr geringe Oberflächenenergie – kaum etwas haftet daran, weder andere Kunststoffe noch Klebstoffe. Das macht das Drucken auf normalen Druckbetten unmöglich, weil das Bauteil nicht hält. Wir nutzen PP-spezifische Druckunterlagen (PP-Folie oder spezielle Magnetbetten), auf denen das Material sich selbst verschweißt.
Wir fertigen PP-Bauteile im FDM-Druck (Fused Deposition Modeling) in unserer Werkstatt in Remscheid – mit Lieferung ins Bergische Land, nach Wuppertal, Solingen, Köln, Düsseldorf und deutschlandweit. Express-Fertigung für zeitkritische Aufträge möglich.
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